Gespräche bewusst gestalten

Was braucht ein gutes Gespräch?


Ein Text von Astrid Wittenberger



Mit dieser Frage beschäftigen sich unzählige Menschen – und die Antworten darauf sind vielfältig.

Der Wunsch nach einer möglichst einfachen Antwort, im Sinne von „wenn ich das und das berücksichtige, dann erlebe ich ein gutes Gespräch.“ ist nachvollziehbar. Nur sind die Variablen, die in einem Gespräch eine Rolle spielen, so vielfältig, dass ein einfaches Rezept der Sache nicht gerecht werden wird.


Um den Überblick zu behalten, werden in diesem Artikel vier Faktoren vorgestellt, die in Gesprächen - neben einer Menge anderer - eine Rolle spielen:

  1. Stimme und Sprechweise

  2. Die innere Haltung und Intention

  3. Die Zuhörerorientierung

  4. Die Bedeutung eines unterstützenden Denkraums.

In der gesprochenen Sprache spielt die Art und Weise, wie wir Inhalte nach außen vermitteln, eine große Rolle. Die Stimme fungiert als Transportmittel; über sie machen wir unsere Gedanken hörbar und lassen andere daran teilhaben. Die Qualität der Stimme entscheidet mit darüber, wie der jeweilige Inhalt vom Publikum interpretiert wird.


Mir gefällt in diesem Zusammenhang das Wort „decodieren“. Es erinnert mich an ein detektivisches Vorgehen: die Zuhörer*innen bekommen beim Zuhören verschiedenste Informationen vom Sprecher/ von der Sprecherin wie einen Code übermittelt, den sie dann entschlüsseln und für sich deuten.

Wie Spurenleser entdecken sie die für sie wichtigen Elemente und formen daraus eine für sie passende Nachricht. Die Decodierung erfolgt immer auf Basis der persönlichen Erfahrungswerte und des vorhandenen Hintergrundwissens. So weit, so gut.


Problematisch wird es dann, wenn die individuelle Decodierung als „Wahrheit“ angenommen wird. Wir können praktisch nicht wissen, was im Kopf eines anderen vorgeht, weswegen wir es auch nicht als „Wahrheit“ bzw. Gewissheit nehmen sollten. Wenn wir als Zuhörer mit der Annahme „ich weiß eh schon, was der/ die andere zu sagen hat“ an einem Gespräch teilnehmen, ist meistens davon auszugehen, dass wir uns irren. Wir können es nicht wirklich wissen.


Diese einschränkende Annahme verhindert wirklichen Austausch und kommunikativen Erfolg und führt im schlimmsten Fall zu Konflikten. Wir verordnen uns damit einen eindimensionalen Tunnelblick. Im Gegensatz dazu kann eine unterstützende Grundhaltung im Sinne von „ich bin interessiert daran, was die/der andere zu sagen hat“ die Perspektive weiten und ermöglicht einen konstruktiven Diskurs.


Noch dazu beeinflussen Sprecher*in und Zuhörer*in sich im Gespräch permanent wechselseitig in ihrem Verhalten, so auch im sprecherischen. Wie wahrscheinlich ist es, sich mit tragfähiger, klarer Stimme, deutlicher Artikulation und variantenreicher Modulation zu zeigen, wenn uns in diesem Moment vom Gegenüber Desinteresse vermittelt wird? Wie fühlt es sich im Gegensatz dazu an, wenn wir angemessene Aufmerksamkeit gezeigt bekommen, einladende und zustimmende Mimik und Gestik erfahren?


Über unsere Sprechweise erzeugen wir eindrucksvolle Bilder im Kopf unseres Gegenübers – es sind jedoch dessen eigene Bilder, die nicht mit den unsrigen zu 100% übereinstimmen. Irritationen entstehen, wenn der stimmlich-sprecherische Ausdruck nicht mit dem inhaltlichen Eindruck zusammenpasst. Andererseits lässt sich festhalten: je mehr Kongruenz besteht, um so wahrscheinlicher ist es, dass sich alle Beteiligten verstanden fühlen.


In diesem Sinne wünschen wir Ihnen gute Gespräche!



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